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Projektdaten

Bauvorhaben:
Neubau Kinderkrippe Holzhofgasse

Bauherr:
Evangelische Behindertenhilfe Dresden und Umland gGmbH

Bauvolumen:
Netto-Grundrissfläche: 325 m²
Umbauter Raum: 1.658 m³

Objektadresse:
Holzhofgasse, Dresden

Die Idee

Der bestehende Kindergarten der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden und Umland gGmbh sollte um 32 Krippenplätze für Kinder bis zum dritten Lebensjahr erweitert werden.
In den Jahren 1998 bis 2001 wurde der Kindergarten bereits unter dem Motto "Leben unter Bäumen" grundsaniert und um einen halbkreisförmigen Neubau ergänzt. Bestehende Bäume wurden dabei umbaut, sodass der Charakter eines Waldkindergartens entstanden ist.
Für die aktuelle Erweiterung wurde das Thema aufgegriffen und weiterentwickelt.  

 

Architektur

Der zweigeschossige Kindergarten nimmt die städtebauliche Kante mit Vorgartenzone und die Traufhöhe der benachbarten Gebäude zur Holzhofgasse hin auf. Zum südlichen Garten wird das Thema des "sich unter die Bäume schmiegens" aufgegriffen und als Raumkonzept herausgearbeitet. Zwei alte Bäume bilden den Mittelpunkt kreisförmiger großer Ausschnitte in einem sonst schlichten, geradlinigen Baukörper.  Diese Ausschnitte sind großflächig verglast, sodass sich die dahinter liegenden und zusammenhängenden Spiel- und Aufenthaltsbereiche zu dem Baum orientieren. Die beiden Bäume beschatten im Sommer die Spielterrassen. Ein im Obergeschoss halbkreisförmig um einen Baum gebauter Spielbalkon wird von Baumstützen aus Stahlrohr getragen. Das darüber liegende Geländer aus schrägen Stäben bildet sinnbildlich deren Baumkronen aus Astwerk.
Die Außenhaut des Neubaus besteht aus einer farbig lasierten Lärchenholzschalung. So wird die Massivität des 2- geschossigen Baukörpers gegenüber den eingeschossigen Holzhäusern etwas zurückgenommen und eine optische Verbindung zum Bestand hergestellt.
Die Erdgeschossgruppe hat in dem runden Gebäudeausschnitt vor dem Gruppenraum eine Spielterrasse mit einem fußwarmen WPC- Holzdielenbelag, da sich die Kinder in diesem Alter noch viel auf dem Boden aufhalten oder krabbeln. Von hier können die Kinder gut mit den größeren Kindern der Kita Kontakt aufnehmen oder aus einer leicht erhöhten Position aus geschützt beobachten.
Bei der Außengestaltung wurde darauf geachtet, möglichst auf trennend wirkende Zäune zu verzichten. Buchenhecken mit verbindenden Gartentoren gliedern die Spielbereiche für die verschiedene Gruppen, ohne sie undurchdringbar wirken zu lassen.
Der Neubau soll in seiner Gestaltung die Natur respektieren, sie mit einbeziehen als Sinnbild für den Dank und die Freude des Menschen an der Schöpfung und des behutsamen Umgangs mit ihr. Einen  freudigen und behutsamen Umgang untereinander mögen auch die kleinen Kinder und Erzieherinnen in der neuen Krippe pflegen.

 

 

Erschließung

Der Krippenneubau hat einen eigenen Zugang von der Holzhofgasse. Vom Vorplatz aus hat man die  Möglichkeit zur Unterbringung von Fahrrädern und Kinderwägen im alten Pförtnerhaus. Das eiserne Gartentor ist wie ein Baum gestaltet: Um es zu öffnen, betätigt man die Sprechanlage im Baumstamm. Ähnlich wie bei „Sesam öffne dich“ entpuppt sich nun eine Hälfte des Baums als getarntes Tor, und man gelangt über den  Nordgarten in das Treppenhaus. Von hier eröffnet sich der Blick am kreisförmigen Gebäudeausschnitt durch die 2-geschossige Glasfassade hinaus zum Baum in dessen Mitte und weiter im Raum zum Garderobenbereich. Der ganze Bereich ist gestaltet als ein Raum zwischen Innen und Außen mit rustikalem Bodenbelag aus Fliesen in Holzoptik. Die Wandfarben lehnen sich an die Farben des Baukörpers an: ein helles Pastellblau und ein warmer Ockerton. Von hier gelangt man auch zur Verteilerküche und dem Personen- und Speisenaufzug sowie nach draußen in den südlichen Außenspielbereich. Die Kindergarderobe aus Multiplex- Platten ist passend zu der Gruppe im Erdgeschoss wie ein in der Erde lebender Regenwurm gestaltet. Die einzelnen Segmente mit Ablagen und Haken haben unterschiedliche Höhen für die unterschiedlich großen Kinder.
Betritt man den Gruppenbereich, eröffnet sich eine Folge fließend ineinander übergehender Räume ohne Flure und Sicht verdeckende Trennungen. Diese sind kreisförmig um die gerundete Glasfassade mit dem großem Baum im Mittelpunkt angeordnet.  Zurückhaltend pastellige Farben für Wände und Linoleumboden bestimmen die Räume: warme Gelbtöne für den Gruppenspielbereich, ins Ocker gehende Gelbtöne für Essplatz mit Küchenzeile, ebenso der als zweiter Schlafbereich abteilbare Spielraum und Kreativraum. Der Sanitärraum für die Kinder an der Nordseite erhält eine Farbstimmung in einem zarten Hellgrün, der separate Schlafraum ein warmes Altrosa. Die Räume im Erdgeschoss sind insgesamt im Farbton etwas heller gehalten als das vom natürlichen Licht her hellere Obergeschoss.
Um zur zweiten Gruppe zu gelangen, betritt man gleich hinter dem Eingang die Treppe ins Obergeschoss. Im unteren Bereich wird der Blick an der Wand entlang geführt mit einer geschlossenen Brüstung. Ab der Wendung auf dem Zwischenpodest fällt der Blick durch die 2- geschossige Glasfassade auf den Baum aus einer erhöhten Perspektive. Die geschwungene Treppe leitet weiter an der Glasfassade entlang nach oben. Nun, in Höhe der Baumkrone, gelangt man zum Garderobenbereich der zweiten Gruppe. Deren Garderobe hat als Thema die Raupe Nimmersatt, eine Raupe, die sich gern oben in der Baumkrone aufhält und sich an den Blättern labt. So wie bei der Erdgeschossgruppe sind auch die Räume für die Gruppe im Obergeschoss angeordnet. Jetzt fällt der Blick aus dem Gruppenraum jedoch über den vorgelagerten Spielbalkon in den Baumkronenbereich. Auf dem Spielbalkon hat man eine gute Übersicht über das Außengelände und kann auch die Kinder der anderen Gruppen gut beobachten. Eine Außentreppe führt direkt hinunter Garten

 

 

Projektbilder