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1.Preis Lindenstraße Lengerich

Projektdaten

Bauvorhaben:
Neubau von 14 Wohnungen am Standort Bahnhofstraße.

 

Bauvolumen:
Wohnfläche:              1.853 m²
Wohnungsgröße:      46.5 - 87 m²

 

Energetischer Standart:
KFW 55-Standart

 

Objektadresse:
Bahnhofstraße, 49525 Lengerich

1.0 Der Städtebau

Der geplante Neubau nimmt mit seiner Gebäudehöhe und Tiefe und dem Walmdach die Maßstäblichkeit der Nachbarbebauung auf. Diesem dreigeschossigen „Stadthaus“ ist nach Südwesten ein „Gartenhofhaus“ vorgelagert. Es ist zweigeschossig plus Staffelgeschoss und wird über Stege vom Stadthaus erschlossen. Beide Gebäude stehen auf einer gemeinsamen genutzten Tiefgarage. Durch diese Anordnung steht die gesamte Gartenhoffläche den Bewohnern der beiden Häuser zur privaten Nutzung zur Verfügung.

2.0 Innere Erschließung und Gestaltung

Das Stadthaus erschließt seine Wohnungen über eine „Stadtloggia“ zur Bahnhofstraße.
Aufgrund der hochwertigen Mauerwerksverkleidung, dem leicht trapezförmigen Zuschnitt und seiner Lage zwischen Straße und Wohnung kann die Stadtloggia auch als Ort der guten Nachbarschaft und Kommunikationszone zwischen Stadtstraße und Wohnung genutzt werden. Über das „kalte Treppenhaus“ mit Aufzug und Brücke werden auch das EG und das OG und das Attikageschoss des Gartenhofhauses erschlossen. An der Nordwest-Grundstücksgrenze ist die Zufahrt zur Tiefgarage angeordnet.
Die Erdgeschosswohnungen erhalten etwas vergrößerte Gartenterrassen und mit Sträuchern abgegrenzten Sichtschutz. Im Schatten des auf dem Nachbargrundstück stehenden Ahornbaumes ist ein Grillplatz vorgesehen. Eine weitere Sitzecke mit mobilen Bänken und ein Spielrasen stehen den Bewohnern zur Nutzung zur Verfügung.

3.0 Die Konstruktion und Materialien
Die Außenwände bestehen aus 11,5 cm Verblendung, 20 cm Mineralwolldämmung und 17,5 cm Porenbetonmauerwerk. Das Untergeschoss hat 30 cm starke Stahlbetonaußenwände, -sohlen und –decken. Der nicht bebaute Teil des Untergeschosses erhält eine extensive Begrünung und ist Teil des Garteninnenhofes.
Die Innenwände und die Installationsabmauerungen sind aus KS Steinen und werden entsprechend den statischen, akustischen und brandschutztechnischen Anforderungen dimensioniert.
Die Fassade besteht aus sandsteinfarbenen Klinkern im Dünnformat mit profilierten Gesimsbändern aus rotem Klinker auf Ebene der OG Decke und der Attikatraufe. Sie kehrt damit das Farbspiel der beiden Nachbarhausfassaden um. Das Walmdach ist mit planebenen, dunkelgrauen Tonziegeln gedeckt und springt hinter den Außenwänden zurück. Über eine verdeckt liegende Kastenrinne erfolgt die Regenentwässerung. Durch diese Konstruktion können auf der Gartenhofseite Geometriedifferenzen zwischen rautenförmigem Walmdachgrundriss und trapezförmigem Gebäudegrundriss ausgeglichen werden. Das Gartenhofhaus ist bautechnisch wie das Stadthaus geplant. Es erhält jedoch ein Staffelgeschoss mit Flachdach und umlaufender Dachterrasse. Die Wohnungen sind mit Fußbodenheizung und kontrollierter Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Solarkollektoren auf der Gartenhofseite des Walmdaches unterstützen die Heizung und die Warmwassererzeugung. Im Stadthaus sind drei 2-Zimmerwohnungen rollstuhlgerecht gestaltet.

Beurteilung durch das Preisgericht

Das Konzept wird bestimmt durch ein zweiteiliges Gebäudeensemble, wobei sich der straßenbegleitende Baukörper in Höhe und Dachform an der denkmalgeschützten Nachbarbebauung orientiert.
Ein zweigeschossiges Gartenhaus mit Staffelgeschoss bietet weitere Wohnungen, die über das Treppenhaus des Vorderhauses erschlossen werden.
Durch die Anordnung der Baukörper und die geplante Tiefgarage kann ein großzügiger Garten- und Freiraum realisiert werden, der einen wohltuenden Übergang in den angrenzenden Grünraum gewährleistet.
Kritisch bewertet wird der Abstand zwischen den Gebäuden und die Belichtung der Wohnungen und Orientierung zum Grünraum.
Ebenfalls kritisch bewertet wird die Erschließung über eine Stadtloggia. Als geschlossenes Erschließungszonenkonzept ist die Organisation der Grundrisse fragwürdig. Der Versuch, die Maßstäblichkeit und Detailausformung sowie Gliederung der denmalgeschützten Häuser in der Fassadengliederung des Neubaus durch eine horizontale Bänderung bzw. bodentiefe Fenster aufzunehmen wird anerkannt, jedoch spiegelt die Fassade nicht die dahinterliegende Nutzung wider.

Wettbewerbsbilder