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Klimaschutzsiedlung "Wohnen am Ballenlager"

Projektdaten

Bauvorhaben:
Neubau einer Wohnanlage mit 58 Wohneinheiten und Tiefgarage

 

Bauvolumen:
Grundstücksgröße:   5.070 m²
Wohnfläche:              3.840 m²
Wohnungsgröße:      53 - 100 m²

 

Energetischer Standart:
Passivhaus

 

Objektadresse:
Philipp-Manz-Straße 6-12, Greven

Das Baugebiet

Die Klimaschutzsiedlung "Wohnen am Ballenlager" ist Teil des Baugebietes "Östliche Emsterrassen", das in fußläufiger Entfernung nordwestlich der Innenstadt von Greven liegt. Es gibt keinen Durchgangsverkehr, da das Areal auf drei Seiten von Grünflächen umgeben ist. Die innere Erschließung erfolgt über mehrere kleine Stichstraßen.
In unmittelbarer Nähe zum Baugebiet befinden sich zwei Spielplätze, ein Kindergarten und zwei Grundschulen. Der Bahnhof liegt in einem Kilometer Entfernung, der regionale Busknotenpunkt am Rathaus befindet sich auf der halben Strecke.

 

Beschreibung der Klimaschutzsiedlung

Als Standort für die Klimaschutzsiedlung ist das Gelände einer alten Industriebrache gewählt, das sich an der Grenze zwischen dem Neubaugebiet und der direkt angrenzenden Kernstadt befindet.
Der Entwurf sieht eine architektonisch einheitliche Bebauung mit vier Wohngebäude vor, die ebenerdig durch die Grünanlagen und über die gemeinsame Tiefgarage miteinander verbunden sind. Insgesamt 58 Wohnungen verteilen sich mit 13 bis 18 Wohnungen auf die zwei- bis dreigeschossigen Häuser. Die Anordnung auf dem Grundstück sorgt für eine optimale Ausnutzung der Fläche mit minimaler gegenseitiger Verschattung und schafft einen gemeinsamen, verkehrsfreien Innenhof. Erschlossen wird die Siedlung für Auto- und Radfahrer über die Tiefgarage mit eigenen Aufgängen für jedes der Häuser.
Bei der Gestaltung wurde besonderer Wert auf eine einheitliche Gestaltung der gesamten Anlage gelegt. Das schließt insbesondere die Einbindung von Flächen für die Müllentsorgung und die Übergänge zwischem öffentlichen und privaten Bereichen ein, die durch Hecken im Erdgeschoss und blickdichte Flachstahlgeländer im Obergeschoss geschützt sind.

 

Architektur

Die Architektur der Gebäude besteht aus einheitlich gestalteten, kompakten und gradlinigen Baukörpern. Heller Putz im obersten Geschoss und an den vertikalen Gebäudekanten sorgt für einen Kontrast zum Klinker in den darunterliegenden Geschossen und eine größere Leichtigkeit im Vergleich zur monotonen Fassade.
Die Grundrisse sind im Wesentlichen für Zwei-Personen-Haushalte konzipiert. Neben einem Schlafzimmer gibt es einen großzügigen Wohn- und Essbereich mit integrierter Küche. Zusätzlich erhält jede Wohnung einen kleinen Hauswirtschaftsraum, ein Badezimmer mit bodengleicher Dusche und eine Terrasse, beziehungsweise einen Balkon und in den Staffelgeschossen eine Dachterrasse mit kleinem Garten. Einige der Wohnungen verfügen zusätzlich über eine Gästetoilette und ein Gäste- und/oder Arbeitszimmer, das auch als Kinderzimmer genutzt werden kann.

Bauweise

Die Konstruktion der Wohngebäude ist auf eine wärmebrückenfreie und luftdichte Bauweise ausgelegt. In den verputzten Bereichen umspannt ein umlaufendes und fugenfrei verklebtes Wärmedämm-Verbund-System die massiven Aussenwände aus Kalksandstein in den unteren Geschossen und Porenbeton in den Staffelgeschossen. Im Bereich der verklinkerten Fassade sorgt eine Zwischenraumdämmung für die nötige Isolierung. Die Sohle steht auf einer starken Dämmplatte über der Tiefgarage, im Bereich der Attika und der Flachdächer mit Photovoltaikanlagen sorgt ein umlaufendes Dämmsystem für eine wärmebrückenfreie Konstruktion.
Die Stützen, Wände und Decken im Untergeschoss mit den Räumen für Technik, Abstellräumen für Fahrräder, Kellerräumen für die Mieter und einer Tiefgarage mit 63 Stellplätzen bestehen aus Stahlbeton und tragen sowohl die vier Gebäude, als auch einen Teil der darüberliegenden Außenanlagen. Zwei der Aufgänge zu den Häusern liegen an der Außenluft, die beiden weiteren Treppenhäuser und Aufzüge liegen im geheizten Bereich der Wohnhäuser und sind gedämmt.

 

Energie und Technik

Dank neuester Technologien ist die Wohnanlage nicht nur besonders klimaschonend, sondern sorgt auch für niedrige Nebenkosten für die Mieter.
Eine eigens entwickelte Regelungstechnik sorgt für ein perfektes Zusammenspiel der einzelnen Komponenten in der Modellanlage und und ermittelt ein intelligentes Betriebsverhalten durch die Kopplung mit einem Wetterdienst. Eine große Photovoltaikanlage mit insgesamt 552 Modulen auf den vier Dächern liefert, unterstützt von drei großen Erdreich-Wärmepumpen mit 37 Bohrlöchern mit jeweils etwa 100m Tiefe, die Energie für die Heizung und die Warmwasserversorgung. Vier Pufferspeicher mit einem Gesamtfassungsvermögen von 6.000 Litern ermöglichen es, möglichst viel Wärme durch selbsterzeugten Strom zu speichern und Überschüsse für erstragsärmere Zeiten zu bevorraten. Der Einbau von Wärmerückgewinnungsanlagen in die dezentrale Wohnraumlüftung reduziert den Heizwärmebedarf der Wohnlage.
Die gesamte Technik ist als Vorzeigeanlage entworfen und soll für andere Bauvorhaben zum Vorbild werden.

Projektbilder

Die Wohnanlage "Wohnen am Ballenlager" ist nach der "Wöste" die zweite Klimaschutzsiedlung in Greven.