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1.Preis Lindenstraße Lengerich

Projektdaten

Bauvorhaben:
Neubau von 48 Wohnungen am Standort Lindenstraße.

 

Bauvolumen:
Wohnfläche:              4.029 m²
Wohnungsgröße:      47 - 107 m²

 

Energetischer Standart:
KFW 55-Standart

 

Objektadresse:
An der Mühlenbreede 25, 49525 Lengerich

1. Städtebau
Um das vorhandene, harmonische Straßenbild zu erhalten, werden die drei Neubauten in Lage,  Höhe  und  Gebäudeform  wie  die  ursprünglichen  schlichten  Gebäude  ohne Vorbauten,  Erker,  Gauben  für  Wohnungen  und  Dachüberstand  ausgebildet  und angeordnet.  Entsprechend  diesem  Gestaltungsprinzip  gibt  es  bei  der  Neuplanung straßenseitig keine hervorspringenden Gebäudeteile.
 
Diesen  "Straßenhäusern"  wird  auf  der  Rückseite  jeweils  ein  senkrecht  zum  Hang
stehendes „Gartenhaus“ zugeordnet. So entstehen städtebaulich 3 winkelförmige Anlagen, welche  sich  um  große  Gartenhöfe  gruppieren.  Die  Häuser  werden  über  rückseitige Laubengänge und ein gemeinsames Treppenhäuser mit Aufzug erschlossen.
 
Im Winkel zwischen dem Straßen- und dem Gartenhaus entsteht jeweils eine gemeinsam zu  nutzende  Gartenfläche,  die  zum  Treffen  und  Verweilen  einlädt.  Durch  das  senkrecht zum  Hof  angeordnete  Gartenhaus  haben  auch  die  Bewohner  dieses  Gebäudes  einen schönen Ausblick und auch den Bewohnern der nordöstlich gelegenen Wohnhäuser am Glockengießers-Kamp bleibt der Blick ins Münsterland weitgehend erhalten. 

2. Innere Erschließung und Gestaltung
Vor  der  Lindenstraße  erreicht  der  Bewohner  die  zentralen  Hauseingänge  und  das gemeinsame  Treppenhaus  von  Südosten.  Über  dieses  Treppenhaus  werden  auch  die unter dem Gartenhaus und dem Gartenhof liegende Tiefgarage, die Bewohnerkeller und die  zentrale  Haustechnik    unter  dem  Straßenhaus  erschlossen.  Die  gegenwärtig vorhandenen  zwei  Hausnummern  pro  Haus  könnten  jeweils  dem  Straßen-  und  dem Gartenhaus zugeordnet werden, sodass eindeutige Adressen entstehen.

3. Konstruktion und Materialien
Die  Gebäude  werden  als  konventionelle  Mauerwerksbauten  mit  Stahlbetondecken  und Holzsparrendach errichtet. Das Untergeschoss und die Tiefgarage erhalten 30 cm starke Stahlbetonwände und Bodenplatten in WU Qualität mit flügelgeglättetem Fußboden. Die Außenwände bestehen aus 42,5 cm Porenbetonmauerwerk mit einem U-Wert von 0,8 und einem vollflächig bewehrten  2  cm  starken  mineralischen  Außenputz  mit  2-3  cm durchgefärbtem  Oberputz.  Passend  zum  System  werden  die  Geschossdecken  mit Porenbetonsteinen  abgestellt  und  die  Rollladenkästen  mit  einer  Porenbetonoberfläche eingebaut.  Die  Gebäude  erhalten  Kunststofffenster  mit  3-fach  Verglasung  und  einem Gesamt U-Wert von 0,8.
 
Die Wohnungen  sind  mit  Fußbodenheizung und kontrollierter Wohnraumbelüftung mit Wärmerückgewinnung ausgestattet. Die Heizung und die Warmwassererzeugung wird von Solarkollektoren  unterstützt. Die benötigte  Restwärme  kann  durch  Gasbrennwerthermen sichergestellt werden. Auf Bauherrenwunsch ist auch eine Erdwärmenutzung möglich. Auf Grund der vorgenannten Komponente wird der KfW 55 Standard unterschritten.
 
Die  Laubengänge  und  das  Treppenhaus  werden  aus  Stahlbetonfertigteilen mit sandgestrahlter  Oberfläche  in  R11  Qualität  hergestellt.  Das  Tragwerk  ist  eine  verzinkte farb- und F30 beschichtete Stahlkonstruktion. Die Laubenganggeländer bestehen aus F30 beschichteten  und  rauchdicht  angeordneten  Stahlblechen,  um  den  Brandüberschlag  zu verhindern.  Die  Balkone  erhalten  Stahlstabgeländer  mit  leicht  gelochten Stahlblechfüllungen  und  fest  angeordneten  Blechkästen,  in  die  die  Bewohner handelsübliche Kunststoffblumenkästen unterbringen können. 

Beurteilung durch das Preisgericht

Der Verfasser schafft es mit seinem städtebaulichen Entwurf, die vorhandenen Strukturen in Maßstab und Setzung logisch und richtig fortzuführen. Die Lindenstraße wird konsequent komplettiert.
Die Ausnutzung des rückwärtigen Bereiches wird im rechten Winkel zur Lindenstraße angeordnet und nimmt im jeweiligen Schnittpunkt die vertikale Erschließung auf. Von dieser werden die Wohnungen mittels Laubengängen erschlossen.
Die sich ergebenden Außenräume sind wohlproportioniert und im städtebaulichen Umfeld gut denkbar.
Der ruhende Verkehr wird mittels dreier Tiefgaragen - jeweils unter einem Abschnitt zugeordnet - untergebracht.
Die Anordnung der Tiefgarage wird im Hinblick auf die darüberliegenden Häuser kritisch gesehen.
Die Wohnungstypen müssen im Hinblick auf die Laubengangerschließung angepasst werden.
Die Laubengänge stellen für das Projekt eine Chance dar. Insgesamt eine wirtschaftlichen Arbeit.

Wettbewerbsbilder